Sonntag, 22. Januar 2006

Starting now...

Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ich plante keine Reise. Mit wenigen Sätzen änderte sich das.
Der Fahrtwind kitzelte bereits meine gerötete Haut. Blumen zogen an mir vorbei und Gedanken. Liebevolle, ängstliche und hasserfüllte.
Wenn mich hasserfüllte Gedanken quälen, fühle ich mich schuldig.

Durch den Spalt des geöffneten Fensters strömte kühle Luft. Ich atmete tief ein. Hielt den Atem an. Entspannte wieder. Enttäuscht stellte ich fest, dass mir kein anderer Geruch aufgefallen war. Keine Bäume, keine Kräuter, keine Knospen, die mit ihren Duft den Wind färbten. Einfach nur kalte Luft.

Ich lehnte mich zurück und dachte an die letzten Tage. Minuten und Stunden gefüllt mit Aufgaben. Gespräche mit Menschen, die mir gleichgültig waren und die ich sofort wieder vergaß. Viele Fragen, von den die wenigsten beantwortet wurde.
Bis ich abschalten konnte, dauerte immer eine Weile. Oft vergingen Tage bis mein Gehirn frei wurde. Frage mich, ob es anderen Menschen genauso geht.

Ich schlug die Zeitung auf und begann zu lesen. Folgte den Wörten über die Zeilen, betrachtete die vielen schwarzen Buchstaben, die soviel zu erzählen hatten. Die Schlagzeilen waren fetter gedruckt. Sie verstand ich schnell. Mit jedem Wort, das sich vor meinen Augen formte, schien ein anderes abzufließen.
Ich stellte mir mein Gehirn als übervolle Schale vor. Ein Tropfen rein und ein ganzes Rinnsal wieder raus. Das Bild baute sich vor mir auf. Ich schmunzelte. Weshalb fließt mehr raus, als reingeht?
Schon wieder eine der vielen Fragen, die unbeantwortet blieben und die ich mit mir rumtragen würde.
Die Nachrichten der Presse interessierten mich wenig. In Gedanken war ich mit mir selbst beschäftigt. Vor einigen Jahren hatte ich mir selbst einen Grundsatz auferlegt: "Mache nichts, wozu du nicht wirklich Lust hast. Versuche niemals jemanden nur gefällig zu sein." All die Jahre habe ich mich privat daran gehalten. In beruflicher Hinsicht war ich weniger erfolgreich. Die letzten Monate und Wochen stellte ich fest wie unzufrieden ich eigentlich war. Unzufrieden und unterfordert. Ich dachte an die Optionen, die ich hatte. Gehabt hatte, um korrekt zu sein. Es gibt Momente im Leben, da ist umkehren undenkbar. Ich frage mich, ob das auch dafür gilt etwas neues anzufangen.
Die geschmacklose Luft wird herber. Meine Nase kitzelt. Allergien kamen immer häufiger. Meine Freunde lachten mich aus des wegen. Mit geröteten Augen kam ich zu ihnen auf Besuch. Das Gestrüpp neben dem Haus schadete meinen Augen nur noch mehr. Sie lachten und meinten ich würde zuviel arbeiten. Ob sie recht hatten?

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